Geschichte

Turn- und Sportverein Neureut 1892 e.V.

...traditionsverbunden und zukunftsorientiert

Vereinsgründung und Werdegang - Ein kurzer Streifzug durch eine mehr als 110 jährige lebendige Vereinsgeschichte

Seine Wurzeln hat der "TuS", wie ihn seine Mitglieder und Freunde gern und auch ganz offiziell in Kurzform nennen, in den Sammelbewegungen und Freiheitsbestrebungen des 19. Jahrhunderts.

Was ehemals mit einer Gesinnungsgemeinschaft unter der Bezeichnung "Pfeifenklub" begann, mündete am 24. Juli 1892 in der Gründung des "Turn-Verein Welschneureut". 18 Gründungsmitglieder zählte der Verein damals, ausgestattet mit einem vom Pfeifenklub übernommenen Anfangskapital von 21 Mark und 90 Pfennigen. Heute sind es mit einer Vielzahl von sportlichen Aktivitäten rund 1000 Mitglieder.

Zugleich kam in den damaligen Vereinsgründungen die Verbundenheit mit der Ansiedlung der Vorväter und -mütter, den Waldensern zum Ausdruck, die im Jahr 1699 - vertrieben aus ihrer Heimat in Südfrankreich - hier im Süden von Neureut ankamen und den Ort "Welsch-Neureut" gründeten. In Abgrenzung zu den noch fremdsprachlichen Neuankömmlingen betonte der alte Ortsteil seinen Ursprung mit dem vorangestellten Zusatz "Teutsch". Diese Historie ein wenig in Erinnerung zu behalten, gehört zum Anliegen des Vereins, weil Unterschiede keineswegs trennende Bedeutung haben müssen sondern im kleinen wie großen eine Gemeinschaft auch beleben können. 

Zu seinem heutigen Namen "Turn- und Sportverein Neureut 1892 e.V." kam der Verein mit der Umbenennung am 22.10.1972. Darin kam und kommt das bis zum heutigen Tage unveränderte Bestreben zum Ausdruck, Mittelpunkt für ein breites Sportangebot und gesellschaftliches Leben zu sein. Etwa ein Viertel Jahrhundert zuvor, am 1.8.1948, war der unmittelbar nach dem II. Weltkrieg zwangsaufgelöste Verein unter der Bezeichnung "Turnverein Neureut-Süd" neu gegründet worden. Sein damaliger Neuanfang ist eng mit dem Namen von Fritz Schneider verbunden, der mit seinem unermüdlichen Wirken für den Zusammenhalt sorgte und als Seele des Vereins in dieser Aufbauphase bezeichnet werden kann.

Stationen im Wirken des Vereins

Recht bald streckte der noch junge Turnverein seine Fühler aus und so trat er bereits kurze Zeit nach seiner Gründung beim Gauturntag im Januar 1893 an. Aufnahme fand er hierbei in den 10. Turnkreis für Baden, Elsass und der Pfalz Von der Öffentlichkeit beachtete Erfolge folgten. Als den schönsten aus jenen Anfangsjahren ist die Ehrung beim Gauturnfest am 05.07.1897 mit Überreichung eines Eichenlaubkranzes, der Verleihung des Diploms und der Versetzung in die erste Turnerklasse überliefert.

Weitere Erfolge begleiteten den Weg. Beispielsweise beim Kreisturnfest in Konstanz vom 17. bis 19. August 1924 mit der 1.Klasse-Auszeichnung bei 64 von insgesamt 70 erreichbaren Punkten. Da ließ die räumliche Ausdehnung des Aktionsradius nicht lange auf sich warten, denn bereits wenige Jahre später (1928) nahmen acht Turner am Deutschen Turnfest in Köln teil, und man beachte, schon zu dieser Zeit begleitet von einer ebenfalls erfolgreichen Damenabteilung. Sie war einige Jahre zuvor (1922) ins Leben gerufen worden und durch gute Leistungen aufgefallen.

Selbst die Wunden, die der II. Weltkrieg dem Verein zugefügte und die nicht zuletzt zu bedauerlichen Lücken in den Reihen seiner Mitglieder führten, konnten den weiteren erfolgreichen Werdegang nicht aufhalten. Die Zeit zwischen 1955 und 1965 waren fest in den Händen der Kunstturner, so unter anderem 1958 in München, wo 36 Turner für den Verein Glanzlichter setzten. Dies war die Zeit von Otto Anstett, der bei den Gauturnfesten des Karlsruher Turngaus drei Jahre in Folge Turnfestsieger im Deutschen Zehnkampf wurde und 1964 beim Landesturnfest in Karlsruhe 2. Sieger.

Für die Leichtathleten waren vordere Platzierungen bei den Badischen und Süddeutschen Meisterschaften am Ausgang der 60er und zu Beginn der 70er Jahre keine Seltenheit. Für 1. Plätze in den Sprintdisziplinen über 100 und 200 m stand allen voran der Name Karl-Heinz Klotz. Die Krönung seiner Leistungen konnte das heute noch als Leiter der Leichtathletikabteilung aktive Mitglied mit der Bronzemedaille in der 4 x 100 m - Staffel bei den Olympischen Spielen 1972 in München für sich verbuchen. Erwähnt sei ferner der 4. Platz mit einer vereinseigenen Staffel bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften 1971.

Die große Zeit des Geräte-Kunstturnens ging Ende der 60er Jahre langsam zu Ende. Heute lebt dieser Teil des Vereins in der Gymnastikabteilung mit zahlreichen Übungsgruppen aller Altersgruppen fort, in der Jugendarbeit neuzeitlich formiert und intensiviert mit Bodenturnen und Geschicklichkeits-/Jonglierübungen.

Ab Anfang der 70er Jahre setzte ein Neustrukturierungsprozess zum Breiten- und vielfältigen Freizeitsport ein. So kam es in der Folge zur Bildung weiterer neuer Abteilungen, angefangen vom Judo (1973) über Badminton (1975), Volleyball (1976) und Tennis (1982) bis hin zu den jüngsten Strukturen mit Boule (1994) und Aikido (1994).

Ein Ereignis besonderer Art veranstaltete der TuS mit einem Weltrekordlauf über 1000 x 400 m in der Nacht vom 12. auf 13. September 1986. Die vorherige, von einem schweizerischen Verein aufgestellte Marke von rund 48 Std. konnte ganz erheblich auf 17 Std. 6 Min. und 2 Sek. verbessert werden. Dazu beigetragen haben, denn anders wäre es gar nicht möglich gewesen, viele Sportler aus dem Badischen Ländle und lauffreudige Soldaten der seinerzeit noch in Karlsruhe stationierten amerikanischen und französischen Streitkräfte. Selbst der damalige Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Herr Prof. Dr. Seiler, reihte sich in die Reihe der Sprinter ein und trug mit seinen läuferischen Leistungen mit zum Erfolg bei. Das Ganze war in einer Glanzleistung von dem Vereinsmitglied Kurt Walter koordiniert worden.

Jubiläen und Erinnerungen

Noch in Erinnerung dürfte für einige unserer älteren Mitglieder das Jubiläum zum 75jährigen Bestehen im Jahre 1967 sein. Zahlreiche sportliche Darbietungen, die ein ganzes Wochenprogramm füllten, wurden geboten. Einen weiteren Höhepunkt bildete sodann das gleichfalls im Rahmen einer mehrtägigen Veranstaltung durchgeführte Fest zum 100jährigen Bestehen, dem sich zuvor ein eigens gebildetes Organisationskomitee in zweijähriger Vorbereitungszeit gewidmet hatte. 2002 wurde das 110jährige Jubiläum in "familiärer Atmosphäre" als Sport- und Spielfest gefeiert. Die Gruppen und Abteilungen zeigten, was es im Verein als vielfältigen Sportmöglichkeiten gibt.

Eigene Sportanlagen

Da dem Verein seit seiner Gründung 1892 eine eigene Turnhalle fehlte, wurde lange Zeit im Saal vom Gasthaus zum Engel geturnt. Nach mühevoller Eigenarbeit wurde dann am 12./13. Sept. 1931 die vereinseigene Turnhalle eingeweiht. Allerdings sollte ihr in der wechselvollen Geschichte, die der Verein mit seinen Anlagen erlebte, kein langes Bestehen vergönnt sein. Sie fiel am 27.09.1944 einem Fliegerangriff zum Opfer. Nach der Wiedergründung im Jahr 1948 wurde dann im Saal des Gasthauses zum Feldschlösschen Sport betrieben.

Ein nicht ganz so verheerendes Schicksal ereilte später die im Jahre 1952 wiederaufgebaute Halle durch ein weiteres Brandereignis am 6.2.1964 aus ungeklärter Ursache. Der Verein fand von verschiedener Seite finanzielle Unterstützung, so dass die Schäden bei gleichzeitiger Modernisierung und Erweiterung dank des weiterhin unbändigen Tatkraft- und Einsatzwillens der Mitglieder in zweijähriger Bauzeit behoben werden konnten. Fortschreitender öffentlicher Planungen zum Opfer fiel dann 1980 schließlich noch die am Schulberg gelegene Halle - sie musste der Straßenplanung der B36-Umgehung weichen. Am 19.4.1980 wurde in einer öffentlichen Veranstaltung von der alten Halle Abschied genommen, doch dieser zwangsläufige Umbruch eröffnete auch neue Chancen zu einer insgesamt zukunftsorientierten Entwicklung nicht zuletzt dank der geschickten Verhandlungsführung des damaligen Vorstandes, Herrn Dr. Heinz Schäfer.

Auf dem neuen Gelände Rechts der langen Richtstatt entstanden neue Sportanlagen und am 8.6.1986 wurde das neue Vereinsheim eingeweiht. Diesem wurde wenig später noch die neue Tennishalle und die Vereinsgaststätte angegliedert. Viele große alte Bäume, ein schöner Fußballplatz, Spielwiesen, Tennis- und Bouleplätze bilden auch heute noch ein harmonisches Ganzes.

Die Vereinsstrukturen in der jüngeren Entwicklung

Turnen und Gymnastik

Diese Abteilung mit vielen Untergruppen und Angeboten präsentiert sich bis heute als traditioneller Kern des TuS schlechthin.

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Leichtathletik

Turnen und läuferische Aktivitäten gehörten zu den Urzellen im Wirken des Vereins und so lag der Schritt bald nahe, die Leichtathletik aufgrund ihrer im Laufe der Jahre zugenommenen Bedeutung in einer eigenen Abteilung zu organisieren .

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Judo

Die seit dem 1.3.1973 bestehende und seit dieser Zeit von Rolf Geisert geleitete Abteilung hat viele Jahre wirkungsvoller Aufbauarbeit hinter sich.

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Tennis

Auf 25 Jahre blickt die Tennisabteilung unter Gerhard Weis zurück. Ihr Entstehen und Aufwärtsstreben steht damit eng mit dem Umzug des Vereins auf das Gelände "Rechts der langen Richtstatt" in Verbindung. Und so prägen auch die inzwischen 6 Tennisplätze das Bild mit, mit dem sich der Verein heute vor Ort präsentiert.

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Boule

Die seit 1994 gebildete und seither von Hans-Peter Volkmer betreute Abteilung hat es sich zur Aufgabe gestellt, den in Frankreich populären Sport in Neureut und insbesondere im Verein heimisch werden zu lassen.

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Aikido und Iaido

Beide Sportarten sind fernöstlichen Ursprungs, wobei die Übungstechniken von Aikido in etwa dem Judo und dem Jiu Jitsu zugeordnet werden können, während Iaido aus Japan als älteste Form der Schwertübung bekannt ist.

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Badminton 

Badminton, die offizielle und internationale Bezeichnung des Federballspiels, hat seinen auf 1872 zurückgehenden Ursprung in der gleichnamigen englischen Stadt. Darin ist die leistungsorientierte Ausübung des Rückschlagsports zu verstehen.

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Fußball

Unter  Abteilungsleiter Manfred Sauter wird Fußball geboten für alle, die mal gerne unter der Woche eine Runde auf der schönen TuS-Wiese "kicken" möchten. Es werden an den jeweiligen Übungsabenden flugs die beweglichen Tore aufgestellt und los geht der Spaß.

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