Geschichte

 

Herausragende Sprinterfolge zur Anfangszeit (1949 - 1975)

 

Karlheinz Klotz"Fisch schwimmt, Vogel fliegt und Mensch läuft", formulierte es einmal die mittlerweile verstorbene Lauflegende Emil Zatopek. Und beim TuS ist in der Leichtathletik schon so mancher und so manches gelaufen.

Bereits 1949 war es eine aus Turnern gebildete Staffel von zehn Läufern, die erstmals nach dem Krieg einen besonderen Erfolg verzeichnen konnte: bei einem Staffellauf durch die Neureuter Hauptstraße konnte die damals von Max Crocoll betreute Mannschaft den von der Gemeinde Neureut gestifteten Wanderpokal gewinnen. In dieser Staffel standen unter anderem Kurt Anstett, Kurt Merz, Dr. Heinz Schäfer und Hans Schneider. Am Start waren die örtlichen Vereine und der Lauf wurde am "Kerwe"-Sonntag durchgeführt.

Im Jahre 1964 gründete Karl Anstett die Leichtathletikabteilung des TV Neureut-Süd. Eine gerade dem Schüleralter entwachsene Jugendgruppe bildete die Grundlage dieser neuen Abteilung. Karl Anstett war lange Jahre als Übungs- und Abteilungsleiter für den Verein tätig. In dieser Zeit gab er auch dem damals Jugendlichen Karlheinz Klotz die Grundlagen für seine späteren Erfolge.

Mit Heinz Heuser kam 1969 ein 400 m-Läufer der süddeutschen Spitzenklasse zum Verein und übernahm das Training der Sprintergruppe innerhalb der LA-Abteilung. Es begann der Aufschwung der Sprinter Anfang der 70er-Jahre. Die herausragende Erscheinung war dabei Karlheinz Klotz mit seinen Erfolgen. Die wichtigsten waren hierbei die Deutschen Meisterschaften über 100 m und 200 m, erlaufen im Stuttgarter Neckarstadion 1971 mit den Weltklassezeiten von 10,1 sec bzw. 20,5 sec. Die Krönung seiner Sprinterlaufbahn war dann die Bronzemedaille mit der deutschen 4 x 100 m-Staffel bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Nach einem kurzen Gastspiel bei Salamander Kornwestheim ist er bis heute mit Garant dafür, dass die Leichtathletik in Neureut Bestand hat.

4x100m Staffel Klotz, Waidmann, Schweitzer, CrocollDie Neureuter 4 x 100 m-Staffel mit Crocoll, Schweitzer, Waidmann, Klotz konnte 1971 die Badische Meisterschaft erringen und wurde im gleichen Jahr 4. der Deutschen Juniorenmeisterschaften. 1972 konnte sie den Erfolg bei den Badischen wiederholen.

Im Jahr 1973 konnte der von Karl Anstett betreute Joachim Auer im 110 m-Hürdenlauf bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin den sechsten Platz belegen.

Bei den Badischen Landesturnfesten 1973 in Offenburg und 1977 in Weinheim konnte eine Neureuter Staffel jeweils den Landesturnfestsieg über 4 x 100 m erringen, was 1973 auch einer Olympischen Staffel gelang.

Zur gleichen Zeit begann die Aufbauarbeit des ehemaligen Eichenkreuzlers Bernd Seith auf den Mittel- und Langstrecken.

 

Erfolge auf den längeren Strecken

Bernd SeithEnde der 70er-Jahre begann die Aufbauarbeit des ehemaligen Eichenkreuzlers Bernd Seith auf den Mittel- und Langstrecken. Seine unzähligen Erfolge, vor allem auf der 3000 m-Hindernisdistanz, zogen einige gute Läufer nach Neureut und auch der eigene Nachwuchs gedieh unter seiner Leitung.

Namen wie Kotter, Krogmaier, Amann und Frey brachten die Männer des TuS in Baden an die Spitze. Gertrud Huber, Heidrun Vetter und Bettina Seith sorgten für Erfolge bei den Frauen.

1979 wurde der Pfälzer Herbert Kotter in TuS-Farben Süddeutscher Meister über 5000 m in fabelhaften 14:02,2 min. Roland Frey, der vom TV Helmsheim zum TuS kam, schaffte 1981 das gleiche Kunststück über 1500 m, seine Bestzeit: 3:44,14 min. Beide erreichten bei deutschen Meisterschaften den Endlauf und Herbert Kotter wurde zusammen mit Henning Krogmaier und Günter Conzelmann sogar Altersklassenmannschaftsmeister bei den Deutschen Crossmeisterschaften.

Henning KrogmaierHerbert Kotter beendete seine Laufbahn bei seinem Heimatverein TV Speyer, Roland Frey wechselte nach einem erfolglosen Jahr zur MTG Mannheim und ist aktuell als  Vizepräsident des BLV weiterhin der Leichtathletik verbunden.

Ein hoffnungsvolles Talent war Bernd Amann. Er wurde 1978 Deutscher Jugendvizemeister im Crosslauf und gehörte zum Aufgebot für die Junioreneuropameisterschaften. Nach einer Verletzung konnte er nicht mehr so recht Fuß fassen und "hängte die Rennschuhe an den Nagel".

Zu einem weiteren Paukenschlag holte Trainertochter Bettina Seith aus, als sie überraschend den Deutschen Jugendtitel über 3000 m nach Neureut holte. Auch sie stagnierte danach in ihren Leistungen, lief aber noch einige Jahre in Baden vorne mit. 2 weitere "flotte" Frauen waren Gertrud Huber und Heidrun Vetter. Gertrud Huber war auf den langen Strecken zu Hause und gewann so manchen Straßenlauf. Sie ist auch als Seniorin noch sehr erfolgreich und gewann beim Karlsruher Halbmarathon 2006 ihre Klassenwertung.
Heidrun Vetter wurde 1985 Süddeutsche 1500 m-Meisterin, wechselte danach ins schwäbische Genkingen und ist nun in Leinfelden erfolgreiche Langstreckentrainerin. Vom "Hohen Norden" strandete Ostfriese Friedel Klement beruflich in Karlsruhe. Der ehemalige Deutsche Spitzenläufer lief nach längerer Verletzungspause beim TuS wieder beachtliche Zeiten. Er joggt noch regelmäßig, ist aber auch im AH-Fußball aktiv.

Friedel Klement1985 machte Michael Reinhardt auf sich aufmerksam. Der ehrgeizige Mittelstreckler verbesserte die 800 m-Bestmarke auf 1:50,0 min, wurde Badischer Meister und nahm an den Deutschen Meisterschaften teil. Leider plagten ihn dann Achillessehnenschmerzen, er mußte sich  operieren lassen und fand danach nicht mehr den Anschluß zum Leistungssport.
"Eigengewächse" waren zu dieser Zeit Hannes Hillmer, Rolf Bohrer und Jörg Geiger. Sie begannen bereits in den Schülerklassen beim TuS, und waren bei Badischen Meisterschaften mit vorne dabei. Alle drei sind dem TuS treu geblieben und engagieren sich beim Straßenlauf oder in der Freizeitgruppe. Rolf Bohrer unterstützt Karlheinz Klotz in der Abteilungsleitung und ist noch als Senior  erfolgreich (2006 6. bei den Deutschen Seniorenhallenmeisterschaften über 800 m und  Badischer Seniorenmeister).

Ein unvergessliches Ereignis fand dann am 14./15.9.1986 auf der Tartanbahn beim Schulzentrum statt. Mit einer 1000 x 400 m-Staffel lief der TuS sich mit einem Weltrekord ins Guinness-Buch-der Rekorde.

Ein weiterer Spitzenläufer fand Ende der 80er Jahre seinen Weg zum TuS. Igor Gyaskov, ein Russe, der als Asylbewerber nach Karlsruhe kam, lief sich in Süddeutschland weit nach vorne und gewann so manches Langstreckenrennen. Nachdem er in Deutschland keine Anerkennung erhalten hatte, beantragte er erfolgreich die Einbürgerung nach Kanada. 

 

 

 

Kontinuität in der Nachwuchsarbeit durch Karlheinz Klotz  

 
Stefanie Greuter und Michael WullingsIn den 80er-Jahren war der TuS recht erfolgreich auf den längeren Strecken, AthletInnen  wie Roland Frey, Herbert Kotter, Bettina Seith oder Heidrun Vetter  machten überregional auf sich aufmerksam .Trainer Bernd Seith wechselte dann mit einem Teil seiner Gruppe innerhalb der LG Karlsruhe zur SG Siemens, andere beendeten den Leistungssport, so dass die Mittel- und Langstreckenära zunächst ihr Ende fand.
Daniel WullingsIn den 90 er Jahren dominierten dann  die von Karlheinz Klotz trainierten Zwillingsbrüder Daniel und Michael Wullings die Mittelstrecken, beide waren schon in den Schülerklassen überaus erfolgreich und sorgten auch überregional für Aufsehen: 1993 wurde Daniel 8. der Deutschen B-Jugendmeisterschaften über 800 m, im Jahr 1996 wurde er  Süddeutscher Juniorenmeister über 1500 m und 8. bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften. Als Daniel verstärkt mit Verletzungen Probleme hatte kam die Zeit seines Bruders Michael. Im Jahr 1996 wurde er mit der 3 x 1000 m-Staffel der LG Deutscher Juniorenmeister und 1998 Süddeutscher Juniorenmeister über 1500m und 7. der Deutschen Juniorenmeisterschaften, insgesamt sammelte er 8 Badische Titel und qualifizierte sich auch für die Deutschen Meisterschaften der Männer. Daniel kam nach den Verletzungen nicht mehr so recht in Tritt, Michael wechselte 2001 zum Vfl Sindelfingen, ist jetzt bei Leinfelden-Echterdingen und läuft erfolgreich bei Straßenläufen mit.

Diana LangUnter der Leitung von Karlheinz Klotz und Tanja Greuter wird derzeit die Nachwuchsarbeit groß geschrieben.
In 6 Altersgruppen (ab 3 Jahre) werden  rd. 100  SchülerInnen von  qualifizierten Übungsleitern an die leichtathletischen Disziplinen und die Teilnahme an Wettkämpfen herangeführt. Leistungsstarke Talente werden in der Leistungssportgruppe gefördert und gezielt trainiert.
Dazu gehört auch das Ostertrainingslager in Italien, wo unter professionellen Bedingungen der letzte "Schliff" für die Saison geholt wird.

Felix SchmidtRecht erfolgreich war als Jugendliche Stefanie Greuter, die über 400 m bei den Landesmeisterschaften vorne mitgelaufen ist und auch eine gute Siebenkämpferin war. Berufsbedingt hat sie leider ihre aktive Laufbahn beendet. Oder  Felix Schmidt, dem es im Jahr 2000 als erstem TuS-Hochspringer gelang die 2 m zu überqueren und in 2002  3. der baden-württembergischen Meisterschaften wurde.
Innerhalb der LG werden bevorzugt TuS-Athletinnen für die Staffeln nominiert und schon einige Titel wurden erlaufen. Diana Lang und Stefanie Greuter  wurden sogar 4. der Deutschen Juniorenmeisterschaften über 4 x 400 m.

Eine starke Saison 2006 hatte Lisa Kistner. Sie verbesserte den Vereinsrekord im Hochsprung auf 1,62 m.
Mehrkampftalent Tobias Rosenkranz wurde im Jahr 2008 Baden-württembergischer Meister im Hochsprung mit 1,71 m und belegte einen sehr guten 6. Platz bei den Deutschen Schülermehrkampfmeisterschaften.
KristinTuxfordIn den folgenden Jahren erzielten TuS-Leichtathleten zahlreiche Titel bei Badischen- und Baden-Württembergischen Meisterschaften. Im Jahr 2012 konnte das TuS-Sprintquartett Alexander Geng, Marco Eichsteller, Pascal Delay und Marcel Manke sogar als 4x100 m Staffel den Titel bei den Süddeutschen Juniorenmeisterschaften nach Neureut holen.
2012 und 2013 machte das Mehrkampftalent Kristin Tuxford auf sich aufmerksam. Die Erfolge der Jugendlichen mit mehreren Landesrekorden, bis hin zur Deutschen Vizemeisterschaft im Siebenkampf sind ein Beleg für die gute Nachwuchsarbeit in der Leichtathletikabteilung. Die Gruppe um Kristin wird von Diana Lang und Daniel Durand trainiert.